GESCHICHTE

Ihringen war bereits im Jahre 260 von Alemannen besiedelt, die Ackerbau betrieben und wohl auch Weinreben kultivierten. Urkundlich erwähnt wird das Dorf jedoch erstmals in einer Schenkungsurkunde von 962, in der Kaiser Otto I den Ort an den Bischof von Konstanz überträgt. Zwischen dem 10. und 13. Jahrhundert gehörten Grund und Boden unter anderem dem Kloster Waldkirch, den Üsenbergern, dem Markgrafen Hasso von Hachberg und schließlich dem Markgraf Bernhard von Baden. Sie alle erhoben Anspruch auf das fruchtbare Land und forderten von den Bauern „den Zehnten“.
Mit der Kultivierung von Reben auf Vulkanboden begann schließlich 1828 ein neues Kapitel in der Weinbaugeschichte Ihringens. Der Arzt und passionierte Winzer Georg Ernst Lydtin erwarb damals 2 Jucherte (altes südbadisches Flächenmaß) am ehemaligen Steinbruch, auf dem er nach italienischem Vorbild Weinstöcke erfolgreich pflanzte.
Nachdem im vorigen Jahrhundert die Leibeigenschaft und der Weinzehnt aufgehoben wurden, der Krieg jedoch eine Spur der Verwüstung hinterlassen hatte, galt es für die Ihringer Winzer, sich neu aufzustellen. Zunächst wurden die Trauben an den Weinhändler Heinrich Rappenegger verkauft. Als dieser 1924 infolge der Inflation den Betrieb einstellen musste, beschlossen 200 mutige Winzer mit ihrem Gründer Gustav Großklaus, sich in einer Genossenschaft zusammenzuschließen. Im angemieteten „Rappenegger Keller“ wurden die Weine ausgebaut, doch es sollten mühsame Jahre vergehen, ehe 1936 der Aufschwung mit dem Bau eines eigenen Kellereigebäudes begann.

Einen schweren Rückschlag erlitt die WG, als Kelterhaus und Bürogebäude im Zweiten Weltkrieg vollkommen zerstört wurden. Doch die Ihringer Winzer ließen sich nicht entmutigen. Das Kellereigebäude wurde neu aufgebaut, reblausresistente Pfropf-reben gepflanzt und ein Lagervolumen von etwa 1 Millionen Liter geschaffen. Die WG zählte damals 300 Mitglieder. 8 große Bauabschnitte folgten, in denen stetig erweitert, umgebaut und modernisiert wurde.
Heute zählt die WG Ihringen mit 727 Mitgliedern, 384 Hektar Rebfläche und einem Lagervolumen von 12 Millionen Litern zu den größten und leistungsfähigsten Winzergenossenschaften am Kaiserstuhl und in Baden.